Afrika-Cup-Wetten: Was der Wettschein wirklich kostet

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Stand: 30. Oktober 2026; die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Wer im Herbst 2026 nach Afrika-Cup-Wetten sucht, sucht nach einem Wettbewerb, der gerade niemand spielt. Das ist keine Randnotiz, das ist der Ausgangspunkt jeder Kalkulation. Der Afrika-Cup 2025 lief vom 21. Dezember 2025 bis zum 18. Januar 2026 in Marokko, mit 24 Nationen, sechs Vierergruppen und einem Finale, das Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung gewann. Zwei Monate später wertete die CAF dieses Finale mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten; der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Ein Ergebnis, das am grünen Tisch kippt, ist kein Kuriosum. Es ist die teuerste Sorte Unsicherheit, die dieser Sport kennt.

Ein Fußballstadion unter Flutlicht mit hellen Rängen, von einem Hügel aus gesehen, darüber ein dunkelblauer Abendhimmel.
Der Afrika-Cup 2025 fand vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen statt.

Die nächste Ausgabe soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden. 54 Mannschaften haben sich zur Qualifikation angemeldet. Wer ein Jahr vor dem Anpfiff auf den Turniersieger setzt, setzt auf eine Quote, die auf einer noch nicht ausgelosten Gruppenkonstellation aufbaut und auf Kadern, die noch niemand kennt. Verboten ist das nicht. Es ist nur die dünnste Informationslage, in der sich überhaupt eine Wette platzieren lässt.

Was in Deutschland tatsächlich bestellt werden kann, steht auf der amtlichen Whitelist. Und dort wiederum steht nur der Sportwetten-Teil eines Halters — dessen Slot- oder Poker-Erlaubnis sagt über sein Sportwettangebot nichts.

Rechtslage: Erlaubnis statt Lizenz, Whitelist statt Domain

In Deutschland darf Sportwetten nur veranstalten und vermitteln, wer eine Erlaubnis nach dem GlüStV 2021 besitzt. Die nationale Erlaubnis erteilt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale); sie stützt sich auf § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV, sie überwacht den Markt und sie ahndet Verstöße nach § 28a. Die Steuer ist dagegen Sache der Finanzverwaltung, nicht der Behörde.

Eine Waage aus Messing und ein geschlossener Aktenordner ohne Beschriftung stehen auf einem polierten Schreibtisch.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Der einzige verbindliche Test ist die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8. Das ist keine Formalie, sondern die praktische Antwort auf die Frage, ob ein Anbieter überhaupt Sportwetten anbieten darf. Der Stichtag der Liste, gegen den ich hier geprüft habe, ist der 2. Oktober 2026. Zu diesem Stand trägt sie 30 Einträge: 27 Halter mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Halter ausschließlich für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Aber eine .de-Domain allein beweist nichts — sie ist eine Adresse, kein Gütesiegel.

Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, nach § 4c Abs. 1. Die Whitelist nennt ausschließlich Erteilungsdaten und nie ein Enddatum. Wer in einem Vergleich ein Ablaufdatum liest, liest etwas, das dort nicht steht.

Was im laufenden Spiel überhaupt gesetzt werden darf

Der Erlaubnisrahmen setzt dem Angebot Grenzen, und mehrere davon treffen ein Turnier wie den Afrika-Cup direkt. Erlaubt sind Festquotenspielen auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombinationswette, nach § 21 Abs. 1. Was konkret im Programm steht, folgt dem von der GGL genehmigten Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5.

Ein Fußball auf rotem Sandboden neben einer Reihe Hütchen auf einem Trainingsplatz bei untergehender Sonne.
Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden; zur Qualifikation meldeten sich 54 Mannschaften an.

Live-Wetten regelt § 21 Abs. 4, und hier wird es bei einem K.-o.-Turnier interessant. Während eines laufenden Ereignisses darf nur auf das Endergebnis gewettet werden oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis ebenfalls. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht.

Barred sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — nach der Praxis der GGL gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Dazu kommen das Verbot manipulationsanfälliger Wetten und das Verbot von Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung, nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.

Ein Punkt, der auf deutschen Wettseiten regelmäßig falsch dargestellt wird: E-Sport ist kein Sport im Sinne der Erlaubnis. Die GGL hält fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind; ein lizenziertes E-Sport-Wettangebot gibt es in Deutschland nicht. Zu virtuellen Sportarten ist die Rechtslage nicht etabliert, also dazu nichts weiter.

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette kennt das Sportwettenrecht nicht.

Die 5,3 Prozent und warum „Wettsteuer auf den Einsatz“ falsch ist

Die Sportwettensteuer steht in §§ 16 bis 25 RennwLottG und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die §§ 17 und 18 als bezahlter Einsatz abzüglich der Steuer selbst definieren. Umgerechnet sind das rund 5 % des eingezahlten Betrags. Schuldner ist nach § 19 der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende. Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung — und deshalb ist der Satz „5,3 % des Einsatzes“ schlicht falsch. Wer ihn schreibt, hat die Bemessungsgrundlage nicht gelesen.

Werblich geht Winamax einen anderen Weg und bewirbt sich im Footer seiner Seite mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Die zweite Hälfte stützt das Haus auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 1. April und dem 30. August 2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. 45 % heißt im Umkehrschluss: Bei mehr als der Hälfte der geprüften Quoten stand ein anderer vorn. Widerlegt ist die Formulierung damit nicht. Sie ist auf weniger als die Hälfte ihres Versprechens zusammengeschmolzen, und das ist noch die günstigste Lesart der eigenen Untersuchung.

Auf unerlaubte Anbieter ist die Steuer ebenfalls anwendbar. Eine gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis.

Was es kostet, ohne Erlaubnis zu spielen

Wer Sportwetten nach Deutschland anbietet, ohne die deutsche Erlaubnis zu haben, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten; am 17. September 2026 nannte sie in einer Verbraucherwarnung ausdrücklich Platincasino. Das ist die eine Seite.

Die andere geht in der Diskussion gern unter. Die Durchsetzung kennt Verbote, Zahlungs- und Netzsperren nach § 9. Strafrechtlich kann die Veranstaltung nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe belegt werden, die Werbung mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfahren gegen einzelne Spielende sind nicht etabliert — das ist weder Entwarnung noch ein Grund, es dramatischer darzustellen, als es ist.

Zivilrechtlich bleibt die Lage offen. Der Bundesgerichtshof hat den EuGH am 25. Juli 2024 unter dem Aktenzeichen I ZR 90/23 gefragt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou eine Pflicht unerlaubt arbeitender Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze grundsätzlich für möglich — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Erlaubnispflicht vorerst nicht durchzusetzen. Aus Schlussanträgen folgt keine Rückzahlung. Sie folgen einer Rechtsansicht. Wer heute ohne Erlaubnis spielt und auf einen späteren Erstattungsanspruch hofft, hofft auf einen Ausgang, den niemand zusagen kann, und nimmt bis dahin jeden Nachteil in Kauf, den der nächste Abschnitt beziffert.

Der Preis der Legalität: Limit, Verifizierung, Zahlungsweg

Hier wird der Preis konkret, und ich schreibe ihn aus, weil er der ehrlichste Teil dieser Rechnung ist. Ein Schutzpaket nach dem GlüStV kostet Bequemlichkeit.

Teilnehmen darf man ab 18 Jahren, nach § 4 Abs. 3. Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung nach § 6a. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen.

Das Einzahlungslimit beträgt nach § 6c Abs. 1 standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für einzelne Personen ein höheres Limit setzen, bis zu 10.000 €, und zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit; eine Selbstauskunft genügt nicht. Ein niedrigeres Limit greift sofort, ein höheres erst nach sieben Tagen.

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem, das nach den §§ 8 und 8a bei der Registrierung und beim Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn man eine Frist nennt; ohne Angabe einer Frist mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus.

Zahlungen knüpft § 6b Abs. 4 an enge Bedingungen: nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt — genau dieser Mechanismus hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Markt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, bleibt seine Sache und gehört in seine Bedingungen. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird der Saldo binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt, nach § 6b Abs. 6 und 7.

Verboten ist paralleles Spielen nach § 6h, kontrolliert über die Aktivitätsdatei LUGAS. Offshore-Angebote hängen an OASIS und LUGAS nicht — derselbe Satz von der anderen Seite gelesen: Was der Rahmen vom Spielenden verlangt, verlangt er nur auf der erlaubten Seite. Dort gibt es höhere Limits und keine deutsche Durchsetzung von Ansprüchen.

Die Werberegeln gehören ins Kostenbild. Werben darf nur, wer eine Erlaubnis hat, nach § 5 Abs. 7. Die Sperre von 06:00 bis 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft Slot-, Online-Poker- und Online-Casinospiele, nicht Sportwetten. Für Sportwetten gilt: keine Werbung mehr für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Live-Übertragung im selben Sender, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Offiziellen, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz, nach § 5 Abs. 3 und 6. Das GlüStV setzt keinen Sportwettenbonus fest und begrenzt auch keinen — Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Spielerschutz: Wo die 1.000 Euro wirklich wehtun

Der Afrika-Cup 2025 endete am 18. Januar 2026. Fast die Hälfte seiner 29 Turniertage lag außerhalb jeder Alltagsroutine — über Weihnachten und Silvester, in Wochen, in denen viele Menschen ohnehin mehr ausgeben, als ihr Budget vorsieht. Am 1. Januar läuft das Monatsfenster der LUGAS-Limitdatei neu an. Wer in dieser Woche 700 € verbraucht hat, hat bis zum 1. Februar noch 300 € im erlaubten Rahmen, online und bei jedem einzelnen erlaubnishaltenden Anbieter zusammengenommen. Die 1.000 € sind keine Empfehlung, sie sind die Ausgangsstellung. Und der Kalender macht sie in der Turnierwoche zur knappsten Größe des ganzen Angebots.

Wer sein Januar-Limit bei einem Anbieter heruntergesetzt und nicht wieder heraufgesetzt hat, sitzt das Halbfinale aus. Ein Limit zu senken ist eine Minute Arbeit und wirkt sofort; es zu erhöhen dauert sieben Tage. Diese Asymmetrie ist Absicht, nicht Schikane.

Die Vorbereitung wird dadurch nicht komplizierter, sondern schärfer. Vier Werkzeuge stehen bereit, und alle vier wirken über Anbietergrenzen hinweg. Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 ist ein Monatslimit, kein Einsatzlimit; es deckelt, wie viel Geld überhaupt ins Angebot gelangt, nicht wie viel auf einem Wettschein steht. LUGAS führt Limit- und Aktivitätsdaten zusammen, weshalb ein zweites Konto die Summe nicht erhöht. OASIS wird bei Registrierung und Login abgefragt, greift also nicht nur beim Anbieter, bei dem die Sperre eingetragen wurde. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 blockiert sofort 24 Stunden — die einzige Maßnahme ohne Wartezeit.

Ein Budget, das den Monatsrahmen kennt und nicht im Januar ausläuft, ist die günstigste Vorbereitung des ganzen Turniers. Ein Limit, das vor dem ersten Anpfiff gesetzt ist, statt während einer Verlängerung, wenn die rationale Hälfte des Kopfes längst Zuschauer ist. Wer sich während des Turniers sperren will, sollte wissen, dass die Frist nicht selbst gewählt ist: drei Monate sind das Minimum bei eigener Angabe, ein ganzes Jahr ohne sie. Eine Selbstsperre in der Gruppenphase kostet auch die K.-o.-Runde und jede Qualifikationsbegegnung der kommenden Monate. Das ist keine Warnung aus Fürsorge. Es ist eine Preistafel.

Die nüchterne Lehre: Die 1.000 € decken den Normalfall, nicht einen Monat, in dem 24 Nationen zwischen Weihnachten und Mitte Januar sechs Spiele pro Tag liefern. Wer 150 € Einsatz über 29 Tage verteilt, braucht sein Limit nicht zu berühren. Wer den Feiertagskalender nutzt, um Reserven zu mobilisieren, spielt gegen sich selbst und nicht gegen die Quote.

Wettarten und Quoten: was eine Quote über den Buchmacher verrät

Der Afrika-Cup bietet das komplette Standardrepertoire, weil sein Format genau das vorsieht. Nach § 21 Abs. 1 sind Festquotenspielen auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse darin erlaubt, einzeln oder in Kombination. Turniersieger, Gruppensieger, der Ausgang einzelner Spiele, der Torschützenkönig und Weiterkommenswetten auf die K.-o.-Runde sind die Märkte, um die sich hier alles dreht.

Wer den Turniersieger spielt, kauft ein Papier auf ein Feld, das erst im Juni 2027 antritt. Die Qualifikation ist mit 54 gemeldeten Mannschaften noch nicht abgeschlossen, geschweige denn ausgelost. Nach der Austragung 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden, die Informationslage der kommenden Ausgabe wird also nicht besser. Eine Siegerwette auf dieser Grundlage enthält keine Schätzung. Sie enthält eine Hoffnung mit Preis.

Bei K.-o.-Wetten wird ein Punkt überraschend oft zur Streitfrage: Der Afrika-Cup 2027 wird wie die Ausgabe 2025 mit Gruppenphase und anschließendem K.-o.-System gespielt, in dem bei Gleichstand erst verlängert und dann vom Punkt entschieden wird. Ob für eine Wette auf den Ausgang die 90 Minuten oder das Ergebnis inklusive Verlängerung gelten, steht in den Bedingungen des Anbieters. Beide Lesarten kommen im Markt vor, und keine ist falsch. Falsch ist, sie nachträglich nach dem Resultat zu wählen.

Der Torschützenkönig zeigt am deutlichsten, wie viel Glück auf einem kurzen Turnier liegt. Beim Afrika-Cup 2025 reichten Brahim Díaz fünf Tore für den Titel. Der Wettbewerb ist so kurz, dass ein Spieler die Krone in einem einzigen Spiel holt oder verliert. Wer eine Quote von 11,00 sieht, sieht einen Preis für ein Ereignis mit vier Spielen, nicht für eine Saison.

Kombiwetten bündeln dieses Problem. Wer die Quoten mehrerer Spiele multipliziert, multipliziert auch die Unsicherheit. Aus zwei Favoriten zu je 1,50 werden 2,25 — ein Preis, der verlockend aussieht und zwei Bedingungen statt einer enthält. Der Wettschein kennt keine Teilerstattung.

Was die Marge im Preis ausmacht: ein durchgerechnetes Beispiel

Ich nehme ein 1X2-Beispiel mit Quoten von 2,10 auf die Heimmannschaft, 3,40 auf das Unentschieden und 3,60 auf die Auswärtsmannschaft. Das ist keine zitierte Quote, sondern eine Beispielrechnung — kein Turnierpreis, kein Anbieterpreis, kein Stichtag. Kehrt man die Quoten um und addiert sie, ergibt sich 1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60 = 0,476 + 0,294 + 0,278 = 1,048. Der Auszahlungsquotient ist der Kehrwert, also 1/1,048 = 0,954, das sind 95,4 % des Umsatzes. Die Marge beträgt damit 4,6 %. Sie liegt in der Größenordnung von vier bis fünf Prozent dessen, was auf diesen Markt gesetzt wird. Auf 100 € Einsatz über die drei Ausgänge hinweg zahlt der Markt nach dieser Rechnung rund 95 € zurück; die Differenz bleibt beim Veranstalter.

Dieses Band ist keine feste Größe. Es hängt vom Markt, von der Sportart und vom Anbieter ab, und es ändert sich, sobald man einen anderen Markt betrachtet. Die Marge eines 1X2-Marktes ist nicht die Marge eines Handicap- oder Totals-Marktes, und die eines Fußballspiels ist nicht die einer Randsportart. Wer einen Anbieter beurteilen will, rechnet zwei oder drei Märkte nach. Zwei Beispiele sagen mehr als eine Meinung, und beide zusammen sagen weniger als die vollständige Rechnung über alle Märkte, die niemand anstellt.

Was eine Wette dagegen auszahlt, ist eine andere Frage, und ich rechne sie getrennt. 50 € auf die Quote 2,10 ergeben im Erfolgsfall 105 € zurück, davon 55 € Nettogewinn aus 50 € Einsatz. Bei 3,40 sind es 170 €, bei 3,60 sind es 180 € brutto. Beides gilt für den Fall, dass die Wette gewinnt. Eine Auszahlung sagt niemandem, ob er gewinnt; sie sagt, was ein Gewinn wert wäre.

Rechnet man die drei Einzelwahrscheinlichkeiten zusammen, kommt man wie oben auf rund 104,8 % — die Differenz zum Ganzen ist der Preis, den jeder der drei Ausgänge mitträgt, in diesem Beispiel rund 4,6 Cent pro Euro. Der Durchschnittsleser merkt davon nichts. Genau deshalb steht die Rechnung hier.

Turnier und Spielplan: wann welche Wette überhaupt zu haben ist

Die Quoten erscheinen nicht an allen 29 Tagen. Wer den Kalender kennt, weiß, wann sich Nachschauen lohnt.

Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und wurde erstmals 1957 ausgetragen. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Seit 2019 nehmen 24 Mannschaften teil; nach der Austragung 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden.

Die Ausgabe 2025 wurde vom Sommer 2025 auf den Jahreswechsel verschoben, weil sie mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 kollidierte. Gespielt wurde vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko, mit sechs Vierergruppen. Die Gruppenersten und -zweiten kamen weiter, dazu die vier besten Gruppendritten; danach folgte das K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschießen bei Gleichstand.

Wer den Spielplan als Wettschein liest, sieht drei Phasen mit sehr unterschiedlichen Quoten. In der Gruppenphase sind die Ausgänge noch einigermaßen berechenbar, wenngleich Favoriten gegen die Nummer drei jeder Gruppe immer wieder Punkte liegen lassen. In der K.-o.-Runde verschwindet der Abstand zwischen der 1,40 und der 5,00 fast vollständig, weil ein spätes Tor, ein Platzverweis oder ein Elfmeter das Ergebnis kippt. Vor dem Anpfiff setzt man in der klareren Phase; wer live einsteigt, zahlt für die Spannung einen Aufschlag. Und die verfügbaren Live-Märkte sind ohnehin auf Endergebnis und nächste Aktion begrenzt — gerade dort, wo Verlängerung und Elfmeterschießen das Spiel entscheiden, deckt das Angebot längst nicht jedes Ergebnis ab.

Terminverschiebungen sind der zweite Kostenfaktor dieses Formats. Gespielt wird traditionell zu einer Zeit, in der Hitze und Regen den Kalender bestimmen. Ein verschobenes Spiel ist für den Wettenden keine Katastrophe — die Wette bleibt bestehen. Es ist aber ein Grund mehr, die Quoten in den Stunden vor dem Anpfiff zu prüfen, statt sie Tage vorher zu akzeptieren.

Zur Qualifikation: Die 54 gemeldeten Mannschaften spielen nicht alle gegen alle. Wer dauerhaft Geld einsetzt, sollte wissen, wann die letzten Qualifikationsspiele im Kalender stehen, denn kurz danach erscheinen die ersten Turnierquoten. Zwischen der Auslosung und dem Eröffnungsspiel schrumpft die Spanne zwischen den Wahrscheinlichkeiten, und die Quoten bewegen sich. Früh kaufen heißt Unsicherheit kaufen. Spät kaufen heißt für Gewissheit zahlen. Beide Preise sind ehrlich. Sie sind nur nicht derselbe.

Anbieter im Vergleich: zehn erlaubte Sportwetten-Halter

Alle zehn Häuser in der folgenden Übersicht halten laut Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder eine Sportwetten-Erlaubnis für ihre Domain. Das ist der einzige Punkt, an dem sie sich gleichen. Was sie unterscheidet, steht in den Abschnitten darunter: ein Erlaubnisdatum von 2020 gegen eines von 2023, ein Livestream-Angebot gegen einen Cash-Out-Knopf, ein Wettkonfigurator gegen gar kein beschriebenes Zusatzwerkzeug.

Die folgende Tabelle nennt pro Haus drei Dinge: den Status auf der Whitelist, den Halter, den die Liste führt, und seit wann die Sportwetten-Erlaubnis dort verzeichnet ist. Nichts davon ist ein Qualitätsurteil. Die Erlaubnis ist die Eintrittskarte, nicht das Angebot dahinter.

Anbieter Whitelist-Status Sportwetten Halter laut Whitelist Erlaubnis verzeichnet seit
VBet erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) SCGO Limited 05.12.2023
Betway erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) Betway Limited 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022
ODDSET erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) Oddset Sportwetten GmbH 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022
bet365 erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) Hillside (Europe) ENC 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022
AdmiralBet erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024
Tiptorro erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) Torro Tec Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
Sportingbet erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
888sport erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) 888 Germany Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022
DAZN Bet erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) DZBT Operations Limited 22.08.2023
Interwetten erlaubt (Stand der Liste 02.10.2026) Interwetten Gaming Limited 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022

Die Spanne der Eintrittsdaten reicht von November 2020 bis August 2023. Das ist der einzige objektive Altersunterschied, den diese Liste hergibt, und er sagt nichts über die Quote. Er sagt etwas über die Zeit, die ein Haus hatte, sein Turnierangebot zu bauen. Ein Fußballturnier verlangt Quotenpflege in den Stunden vor dem Anpfiff; sechs Jahre Übung darin sind sechs Jahre Übung.

VBet: der späte Eintrag mit dem kürzesten Vorlauf

Die Whitelist führt für die Marke die SCGO Limited als Halterin der Sportwetten-Erlaubnis, mit Sitz im Luxe Pavilion, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Verzeichnet ist sie seit dem 5. Dezember 2023, womit VBet zu den jüngeren Einträgen dieser Liste gehört.

Über das Sportwettangebot selbst sagt das nichts. Aber es sagt etwas über den Abstand zu den Häusern mit Erlaubnisdatum 2020: drei Jahre, in denen diese ihren Stammkundenstamm und ihre Quotenprozesse aufgebaut haben. Wer bei einem jüngeren Eintrag einen offensichtlich falsch gestellten Kurs entdeckt, sieht darin oft System, wo nur Zeitdruck steht. Das ist kein Grund, die Marke zu meiden. Es ist ein Grund, vor dem Setzen einen zweiten Blick auf den Kurs zu werfen statt auf das Logo.

Betway: Cash-Out und Wettkonfigurator als eigentliches Angebot

Betways Erlaubnis ist seit dem 9. März 2021 verzeichnet, dazu eine Folgeerlaubnis vom 23. Dezember 2022. Zwei Werkzeuge hat das Haus, die nicht jedes Konkurrenzangebot beschreibt.

Beim Cash-Out erscheint unter „Meine Wetten“ ein grünes Symbol, das den aktuellen Wert der Wette anzeigt; ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Dazu kommt ein Wettkonfigurator für Fußballspiele, der Auswahlen aus verschiedenen Partien zu einer Kombination verbindet. Der Cash-Out ist kein gesetzlich geregeltes Institut — die GGL kennt dazu keine Vorschrift —, sondern eine reine Hausleistung. Der Preis steckt in der Mechanik: Wer eine Wette mit einem Ausstiegswert von 40 € auflöst, verkauft die Position unter dem, was sie am Ende noch wert sein könnte. Der Ausstieg ist freiwillig, sein Abschlag ist es auch. Genau diese Freiheit machen sich Häuser zunutze, und niemand ist ihnen deswegen böse.

ODDSET: die staatliche Wurzel mit dem Filialnetz

ODDSET steht seit dem 18. November 2020 auf der Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit Bescheid vom 15.12.2022 an die ODDSET Sportwetten GmbH. Aufsichtsbehörde ist die GGL in Halle (Saale).

Das ist die bürokratischste Zeile dieser Auswahl und zugleich die einzige mit einem Filialnetz: eine Erlaubnis für beide Vertriebswege aus derselben Hand. Für eine Wette auf ein Turnier in Kenia, Tansania und Uganda hilft die Filiale nicht weiter, denn Sportwetten sind online dieselben. Wer sich beim Anpfiff nicht sicher ist, ob die Quote stimmt, hat hier den nächstgelegenen Ansprechpartner, und das ist mehr wert, als es in einem Wettvergleich klingt.

bet365: die große Marke mit dem maltesischen Halter

Als Anbieter für die Marke führt die Whitelist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, nach dem Stand der Liste vom 2. Oktober 2026. Die Erlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 verzeichnet, mit einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.

Der Halter sitzt auf Malta, die Marke ist britisch geprägt — für die Sicherheit der Kundengelder spielt das keine Rolle, denn Spielerguthaben liegen nach deutschem Recht auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, unabhängig vom Sitz des Halters. Wer prüfen will, ob bet365 den Afrika-Cup in der Breite anbietet, wird auf der Whitelist keine Antwort finden: Sie enthält keine Angaben zu Live-Märkten, Quoten oder Turnierumfang. Ein Blick ins Sportwettprogramm vor dem Turnier ersetzt sie.

AdmiralBet: zwei Erlaubnisse, nur eine zählt hier

Für AdmiralBet ist die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf einer zweiten Domain besteht seit dem 28. September 2022 eine eigene Erlaubnis.

Zwei Erlaubnisse desselben Halters, zwei verschiedene Domains, und nur die Sportwetten-Erlaubnis der ersten ist für einen Wettschein auf den Afrika-Cup relevant. Wer das verwechselt, landet in einem Automatenspiel und nicht in einem Turniermarkt. Dass der Halter zweimal nachjustiert hat, zeigt ein Haus, das seine Auflagen aktuell hält.

Tiptorro: der Zulassungssatz in eigener Sache

Die App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz auf Malta angeboten; die Whitelist bestätigt eine Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021, mit Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Der Anbieter beschreibt sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Selbstbeschreibung und amtlicher Eintrag sind zwei verschiedene Aussagen, und sie können auseinanderlaufen. Hier laufen sie nicht auseinander: Die Whitelist führt den Halter namentlich, und das Erlaubnisdatum deckt sich mit dem Zeitraum, den die Marke für sich beansprucht. Genau so sieht ein Zulassungssatz aus, der sich prüfen lässt — eine Adresse im Impressum ist es nicht.

Sportingbet: viele Sportarten, nicht viele Turniermärkte

Sportingbet verfügt seit dem 9. Oktober 2020 über eine Whitelist-Erlaubnis, mit Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022; Halterin ist die Sportingbet (Deutschland) Limited. Das Haus nennt in seinem Angebot einen Konfigurator-plus und Live-Wetten und listet Sportarten wie Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker.

Neun Sportarten sind kein Nachweis für Tiefe. Wer aus der Breite des Gesamtangebots auf die Zahl der Märkte in einem einzelnen Turnier schließt, verwechselt zwei verschiedene Dinge. Die Sportartenliste sagt, dass Fußball dabei ist. Sie sagt nicht, welche Märkte auf den Afrika-Cup gestellt werden.

888sport: der börsennotierte Halter

Die Whitelist führt für die Marke die 888 Germany Limited mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30. Juni 2021, mit Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Der Konzern dahinter ist die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der die Marke gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.

Ein börsennotiertes Haus veröffentlicht Zahlen, über die ein Privatunternehmen nicht sprechen muss. Für den Wettenden ist das kein Qualitätsmerkmal, aber es liefert eine Quelle außerhalb der Werbung. Wer wissen will, wie ein Anbieter wirtschaftlich steht, hat hier einen Ort zum Nachlesen und beim kleineren Wettbewerber keinen. Über die Qualität der Afrika-Cup-Quoten sagt ein Geschäftsbericht nichts.

DAZN Bet: der Streaming-Ableger, ein zweiter Vertrag

Die DZBT Operations Limited mit Sitz in Zebbug, Malta, ist als Halterin der Sportwetten-Erlaubnis geführt, verzeichnet seit dem 22. August 2023. Der Anbieter gehört damit zu den drei Häusern dieser Auswahl, deren Erlaubnis erst 2023 dazukam.

Ein Sportstreaming-Abo und ein Wettkonto sind zwei getrennte Verträge. Wer aus einem laufenden Abonnement den Schluss zieht, das Wettangebot sei im Preis enthalten oder besonders günstig, schließt nicht — er bekommt zwei Rechnungen. Die Marke selbst verkauft beides unter einem Namen, aber nicht in einem Vertrag.

Interwetten: der Dauerläufer mit dem ruhigen Datum

Die Whitelist führt die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta als Halterin; die Erlaubnis ist seit dem 2. November 2020 verzeichnet, mit Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022.

Sechs Jahre ununterbrochener Eintrag sind kein Verkaufsargument, aber sie sind das stabile Minimum, das man von einem Haus in dieser Liste erwarten darf. Wer ein Konto braucht, das nicht bei jedem Turnierwechsel neu eröffnet wird und dessen Zugangsdaten man nicht in einem Schub Jahr für Jahr verliert, bekommt hier die nüchterne Antwort. Spektakulär ist daran nichts.

Turnierwetten und die Marge: was die Zahlen zusammen sagen

Vier Posten bestimmen, was von einem Einsatz übrig bleibt, und sie gehören am Ende zusammengetragen.

Der erste ist die Marge im Markt. Das durchgerechnete Beispiel dieser Seite liegt bei rund 4,6 % des Umsatzes, als Band in der Größenordnung von vier bis fünf Prozent, und dieses Band hängt vom Markt ab, nicht vom Anbieter allein. Der zweite ist die Sportwettensteuer: 5,3 % der Bemessungsgrundlage aus bezahltem Einsatz abzüglich der Steuer selbst, rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, geschuldet vom Veranstalter. Ob sie in der Quote steckt oder die Auszahlung kürzt, entscheiden die Anbieterbedingungen und nicht das Gesetz. Der dritte ist der Cash-Out, sofern ein Haus ihn anbietet: Wer eine laufende Wette auflöst, verkauft eine Position unter ihrem möglichen Endwert. Der vierte ist die Auszahlung, die erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses erfolgt.

Bei 50 € auf eine Quote von 2,10 bleiben im Erfolgsfall 105 € brutto, davon 55 € Nettogewinn. Der Anbieter hat seine Marge in die 2,10 bereits eingerechnet, bevor die Wette platziert wurde. Wer diese vier Posten einmal durchgerechnet hat, liest jeden Willkommensbonus anders — nicht misstrauischer, sondern genauer, weil er weiß, welche Größenordnung eine Marketingzahl überhaupt verschieben müsste, um ihr Versprechen zu halten. Ein Bonusbetrag, dessen Umsatzbedingungen nicht in den Bedingungen des Hauses stehen, ist ein Versprechen ohne Preisangabe.

Und das Turnier selbst liefert die bitterste Rechnung des Themas: Die Ausgabe 2025 endete am 18. Januar 2026, die Wertung des Finales änderte sich zwei Monate später beim Verband. Wer am 18. Januar auf den offiziellen Ausgang gesetzt hatte, hatte auf einen Ausgang gesetzt, der zwei Monate Bestand hatte und danach nicht mehr galt. Das ist genau die Sorte Risiko, die keine Quote abbildet.

Häufig gestellte Fragen

Findet 2026 ein Afrika-Cup statt, oder meint das Jahr im Suchbegriff die Ausgabe 2025 und die folgende 2027?

Ein Afrika-Cup mit der Bezeichnung 2026 existiert nicht. 2026 ist das Veröffentlichungsjahr, nicht eine Turnierausgabe. Die zurückliegende Ausgabe lief vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko, mit 24 Nationen. Die nächste ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda geplant. Wer „Afrika-Cup 2026“ sucht, sucht ein Ereignis, das es nicht gibt.

Wann soll der Afrika-Cup 2027 stattfinden, und in welchen Ländern wird gespielt?

Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 stattfinden, in Kenia, Tansania und Uganda. Zur Qualifikation haben sich 54 Mannschaften angemeldet. Nach der Austragung 2027 soll das Turnier ab 2028 nur noch alle vier Jahre ausgetragen werden, was die Planung über diesen Termin hinaus verändert.

Welche Wettarten gibt es bei einem Turnier mit Gruppenphase und K.-o.-System, etwa auf den Sieger oder den Torschützenkönig?

Erlaubt sind Festquotenspielen auf den Ausgang oder einen Abschnitt eines Ereignisses und auf Vorkommnisse darin, einzeln oder als Kombination. Übliche Märkte bei diesem Format sind Turniersieger, Gruppensieger, der Ausgang einzelner Spiele, das Weiterkommen in der K.-o.-Runde und der Torschützenkönig. Beim Turnier 2025 reichten Brahim Díaz fünf Tore für den Titel.

Zählt bei Wetten auf K.-o.-Spiele die Verlängerung zum Ergebnis, und wie behandeln Anbieter ein Elfmeterschießen?

Das entscheiden ausschließlich die Bedingungen des jeweiligen Anbieters, und die Lesarten unterscheiden sich. Der Afrika-Cup wird in der K.-o.-Runde bei Gleichstand erst verlängert und dann vom Punkt entschieden. Ob eine Wette das Ergebnis nach 90 Minuten oder inklusive Verlängerung meint, steht in den Wettregeln. Wer das vor dem Anpfiff nicht nachliest, liest es später nach — selten zu seinem Vorteil.

Woran erkennt man, ob ein Anbieter für Afrika-Cup-Wetten eine deutsche Erlaubnis hat?

Der einzige Test ist die amtliche Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach § 9 Abs. 8 GlüStV; der Stichtag dieser Prüfung ist der 2. Oktober 2026. Dort ist der Halter der Erlaubnis namentlich geführt, und eine .de-Domain allein beweist nichts. In dieser Auswahl stehen zum Beispiel die SCGO Limited für VBet, die Hillside (Europe) ENC für bet365 und die Interwetten Gaming Limited für Interwetten.

Wie viel bleibt nach der Sportwettensteuer von 5,3 % vom Gewinn übrig?

Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage aus bezahltem Einsatz abzüglich der Steuer selbst, das sind rund 5 % des eingezahlten Betrags, und geschuldet wird sie nach § 19 RennwLottG vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und in welcher Form sie weitergegeben wird, folgt aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Eine pauschale Antwort gibt es deshalb nicht.

Grundlagen: Warum dieses Turnier kein Prognosepapier ist

Der Afrika-Cup wird von der CAF organisiert und wurde erstmals 1957 ausgetragen. Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Seit 2019 spielen 24 Mannschaften; ab 2028 soll das Turnier nur noch alle vier Jahre stattfinden.

Für den Wettenden sind das keine Randdaten. Ein Turnier mit 24 Mannschaften, das in vier Wochen entschieden wird, produziert etwa 52 Spiele — genug für eine aussagekräftige Gruppenphase, zu wenig für belastbare Formkurven. Wer eine Mannschaft nach einem guten Gruppenspiel hochstuft, stuft eine Stichprobe von drei Spielen hoch. Von Prognosen auf den Turniersieger hält dieser Artikel deshalb nichts. Das ist keine Vorsicht, das ist Arithmetik.

Und es gibt einen zweiten Grund, warum das Jahr im Suchbegriff keine Ausgabe bezeichnet: Der Afrika-Cup wird seit Jahrzehnten mal im Sommer, mal am Jahreswechsel gespielt, weil Hitze, Regen und der internationale Terminkalender den Zeitpunkt verschieben. Die Ausgabe 2025 musste deshalb weichen — wegen des Konflikts mit der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 wanderte sie vom Sommer 2025 an den Jahreswechsel. Ein Turnier ohne festen Platz im Kalender ist ein Turnier, dessen Quoten sich spät bilden. Wer auf ein Datum setzt, setzt auf ein Datum, das selbst Gegenstand von Verhandlungen ist.

Das Turnier hat sich über sechs Jahrzehnte immer wieder neu erfunden. 1957 waren es drei Mannschaften, erst seit 2019 sind es 24, ab 2028 wird es seltener. Keine dieser Zahlen hilft beim Setzen. Alle zusammen erklären, warum Quoten auf dieses Turnier ein Papier auf einen Verband sind und nicht auf eine Mannschaft.

Inhalt erstellt vom Team «Frauen-Bundesliga»